Laga kam ca. 4-jährig direkt aus einem spanischen Tierheim zu mir nach Deutschland. Der angepriesene Labrador-Mix entpuppte sich als Podenco-Mix mit ordentlich Pfeffer im Hintern.

 

Die Anfänge verliefen recht reibungslos, wenn man davon absieht, dass sie mir sofort zeigte, wie gerne sie allem möglichen Getier hinterher hetzen würde. Sobald sie etwas sichtete, stand sie schreiend und tobend in der Leine und ich konnte tun und lassen, was ich wollte. Ich war ihr vollkommen egal. 

 

Katzen waren ihr absolutes Highlight. Sie brauchte eine Katze nur zu erahnen und sie vergass sich völlig. Diese begegneten uns natürlich  am häufigsten direkt in der  Nachbarschaft. Ich konnte mit ihr kaum noch das Haus verlassen, ohne dass sie sofort anfing, komplett auszurasten, weil irgendwo in 150 Metern Entfernung eine Katze sass.

 

Ich ging zu einer Hundeschule, weil ich das Jagen in den Griff bekommen wollte. Ich versuchte alles: Agility, Obedience, noch mehr Kommandos und Tricks. Je mehr ich machte desto mehr distanzierte sie sich auf den Spaziergängen und im Alltag von mir. Sie suchte ständig Möglichkeiten, um Jagen zu gehen und sich möglichst weit von mir weg zu schleichen, um mich dann schließlich komplett zu ignorieren und auszublenden.

 

Als ich einmal zwei Stunden voller Angst im Wald auf sie warten musste, war ich an meinem persönlichen  Tiefpunkt angelangt und wusste, dass ich grundlegend etwas verändern musste.

 

nach dem Grundlagengespräch und der ersten Einzelstunde bei Ulv Philipper war in meinem Kopf alles durcheinander, denn obwohl alles stimmig und völlig nachvollziehbar war, hatte es rein gar nichts mit dem zu tun, was ich bisher über Hundeerziehung glaubte, zu wissen.

 

Ich fing also an, den neuen Weg zu gehen. Voller Motivation und Tatendrang begann ich, meinen Alltag umzukrempeln. Aber Laga zeigte mir am Anfang deutlich, welches Misstrauen in ihr mir gegenüber durch die vorherige gemeinsame Zeit gewachsen war.

 

Je zuverlässiger und sicherer ich jedoch in meinem Verhalten wurde, desto mehr taute sie auf und veränderte sich zusehends. Sie zeigte mir stets unmittelbar die "Mittelkralle", wenn ich wieder in die "alte Schiene" der durchsetzenden Handlungen rutschte. Manchmal war es wirklich hart für mich, aber nur so konnte ich unglaublich viel über mich lernen und selbst an mir arbeiten.

 

Für mich war es verblüffend zu sehen, wie schnell Hunde bereit sind, etwas umzusetzen, wenn sie selbstständig Entscheidungen treffen dürfen und der Mensch zuverlässig agiert. Auch, dass Führung rein gar nichts mit Kommandos, Durchsetzung, Verboten, Leckerlies und Begrenzung zu tun hat.

 

Heute entscheidet Laga sich selbstständig und vor allen Dingen freiwillig für mich, egal ob wir Wild, Katzen oder anderen Reizen begegnen. Die Begriffe Bindung, Vertrauen und Zuverlässigkeit im Zusammenleben mit meinem Hund bekamen eine gänzlich andere Bedeutung.

 

Es macht mich ein bisschen traurig, immer wieder zu sehen, wie viele Menschen das "Fehl"verhalten ihrer Hunde auf Rassezuhörigkeit, Herkunft und Vergangenheit schieben und nicht bereit sind, das eigene Verhalten hinterfragen zu wollen und dadurch die Fähigkeiten ihrer Hunde unentdeckt lassen.

 

Esther und Laga, Hechingen-Beuren


                                                                                                                                                                                                 ...zurück